Am 21. Oktober 2026 drehte sich in unserem gemeinsamen Webinar mit Axians ICT Austria alles um die Frage, wie sich elektronische Rechnungsprozesse in einer bestehenden IBM i-Umgebung durchgängig digitalisieren lassen – von der Erstellung der Rechnung bis zur automatisierten Übermittlung an Kunden, Plattformen und E-Invoicing-Netzwerke.
Herbert Pfeifer von Axians ICT Austria und Klaus Schaffer von EDI Service & E-Invoicing Partners zeigten dabei zwei Perspektiven, die in der Praxis unmittelbar ineinandergreifen: Output Management und E-Invoicing bzw. EDI. Ziel war es, unter anderem elektronische Rechnungsformate, SpoolMaster eBilling, unterschiedliche Anforderungen in Europa sowie die verschiedenen Übertragungswege verständlich einzuordnen.

✓ Unterschiedliche Anforderungen, Übertragungswege und Formate in Europa verstehen
✓ Rechnungen automatisiert an Kunden, Plattformen und E-Invoicing-Netzwerke übermitteln
✓ Möglichkeiten von SpoolMaster kennenlernen
Von der IBM i zur strukturierten E-Rechnung
Im ersten Teil des Webinars gab Herbert Pfeifer einen Einblick in SpoolMaster, die Output-Management-Lösung für IBM i. Neben der Erstellung und Gestaltung physischer und elektronischer Dokumente unterstützt SpoolMaster auch deren elektronische Übermittlung.
Mit dem eBilling-Modul können unterschiedliche elektronische Rechnungsformate wie XRechnung, ZUGFeRD, CII oder UBL verarbeitet werden. Die dafür benötigten Daten können direkt aus der ERP-Datenbank, über Zwischendateien, APIs oder bestehende Spool-Dateien übernommen werden. Ein wichtiger Punkt dabei: Elektronische Rechnungsformate bringen Spezifikationen und laufende Änderungen mit sich. Definierte Schnittstellen sollen diese technische Komplexität reduzieren und die Umsetzung vereinfachen.
Die Rechnung ist erstellt, aber wie kommt sie zum Empfänger?
Im zweiten Teil richtete Klaus Schaffer den Blick auf die weitere Prozesskette. Unternehmen, die international tätig sind, treffen auf unterschiedliche rechtliche Vorgaben, Rechnungsformate, Pflichtfelder, Plattformen und Übertragungswege. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen laufend. Gerade bei mehreren Ländern wird E-Invoicing damit schnell zu einem unternehmensübergreifenden Transformationsprojekt und nicht zu einer isolierten IT-Aufgabe.
Für die Übermittlung stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung: von AS2/AS4, OFTP2, SFTP über Webservice/API oder Peppol, bis zu den jeweiligen Anbindungen der staatliche E-Rechnungsplattformen. Ziel einer zentralen E-Invoicing- und EDI-Lösung ist es, diese unterschiedlichen Anforderungen über möglichst wenige Schnittstellen abzubilden.
Welche Rolle spielt Peppol?
Ein weiterer Schwerpunkt war Peppol. Das Netzwerk ermöglicht den standardisierten Austausch elektronischer Dokumente über zertifizierte Access Points. Nach dem Prinzip „Connect once – connect to all“ müssen Sender und Empfänger dabei nicht beim selben Anbieter angebunden sein.
Je nach nationaler Umsetzung können auch staatliche Stellen in den Prozess eingebunden werden. Damit wird deutlich, dass Unternehmen bei internationalen E-Rechnungsprojekten neben dem Dokumentenaustausch zunehmend auch Melde- und Compliance-Anforderungen berücksichtigen müssen.
E-Rechnung als Teil einer größeren Digitalisierungsstrategie
Eine zentrale Erkenntnis des Webinars: Die E-Rechnung ist nur ein Teil der möglichen Prozessdigitalisierung.
EDI umfasst neben Rechnungen beispielsweise auch Bestellungen, Lieferscheine, Stammdaten und weitere Geschäftsdokumente. Wer Prozesse ganzheitlich betrachtet – von der Bestellung über die Rechnung bis zum Zahlungsavis und zu zukünftigen Meldungen an Steuerbehörden – kann deutlich mehr Automatisierungspotenzial nutzen als mit einer isolierten E-Rechnungslösung. Das Zusammenspiel von IBM i, Output Management, E-Invoicing und EDI zeigt damit, dass bestehende Systemlandschaften und neue regulatorische Anforderungen keine Gegensätze sein müssen. Entscheidend ist vielmehr, bestehende Daten und Prozesse sinnvoll mit neuen Formaten, Netzwerken und Kommunikationswegen zu verbinden. So kann aus einer regulatorischen Anforderung ein weiterer Schritt hin zu stärker automatisierten und durchgängigen Geschäftsprozessen werden.
Vielen Dank an Herbert Pfeifer von Axians ICT Austria und Klaus Schaffer von EDI Service & E-Invoicing Partners für die Einblicke sowie an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Interesse und den Austausch.
Sie beschäftigen sich selbst mit E-Invoicing, EDI oder der Anbindung internationaler Geschäftspartner?
Wir stehen Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Herbert Pfeifer | Axians ICT Austria |
herbert.pfeifer-ext@axians.at | +43 664 88466769
Klaus Schaffer | EDI Service & E-Invoicing Partners Avenum |
klaus.schaffer@avenum.com | +43 1 92 101 – 152
IBM i & E-Rechnung: Das Wichtigste auf einen Blick
Bestehende IBM i-Prozesse können weiterhin genutzt und um E-Invoicing-Funktionen ergänzt werden. Rechnungsdaten lassen sich aus ERP-Systemen, Datenbanken, APIs, Zwischendateien oder bestehenden Ausgabedaten übernehmen und für strukturierte elektronische Rechnungsformate aufbereiten.
Wie werden Rechnungsdaten auf IBM i in elektronische Rechnungsformate umgewandelt?
Die Rechnungsdaten können aus bestehenden ERP- und IBM i-Prozessen übernommen und in Formate wie XRechnung, ZUGFeRD, UBL oder Peppol BIS umgewandelt werden. Welches Format erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Land, Geschäftspartner und Anwendungsfall ab.
Wie gelangen E-Rechnungen aus IBM i automatisiert zum Empfänger?
Nach der Erstellung bzw. Konvertierung der strukturierten Rechnungsdaten erfolgt die Übermittlung über den vom Empfänger oder vom jeweiligen Land vorgesehenen Kommunikationsweg. Möglich sind beispielsweise Peppol, APIs, Webservices, AS2/AS4, SFTP oder staatliche E-Rechnungsplattformen.
Welche Rolle spielt Peppol bei E-Rechnungen aus IBM i?
Peppol ist ein standardisiertes Netzwerk für den elektronischen Austausch von Geschäftsdokumenten. Rechnungsdaten aus IBM i können über eine entsprechende E-Invoicing-Anbindung an einen Peppol Access Point übergeben und anschließend an den Empfänger übertragen werden. Peppol ist dabei einer von mehreren möglichen Übertragungswegen.
